Ende Juni stand wieder eine Kontrolle meiner Bienenvölker an. Heute, am 27. Juni 2026, habe ich mir die Völker 2, 3 und 4 ganz genau angesehen.
Nach den letzten Wochen war ich natürlich gespannt, wie sich die drei Einheiten entwickelt haben. Die Ergebnisse hätten dabei unterschiedlicher kaum sein können – von einer erfolgreich begatteten jungen Königin bis hin zu zwei Völkern, bei denen ich leider weiterhin keine Brut finden konnte.
Genau das gehört aber zur Bienenhaltung dazu. Nicht jede Königin kommt erfolgreich vom Begattungsflug zurück und nicht jeder Ableger entwickelt sich so, wie man es sich erhofft. Auf meinem Blog möchte ich deshalb nicht nur über die schönen Momente berichten, sondern genauso offen über Rückschläge und Misserfolge. Denn auch sie gehören zum Lernen und zur Bienenhaltung einfach dazu.
Volk 2 – Der Brutableger
Mit diesem Volk hatte ich von Anfang an kein wirklich gutes Gefühl. Nachdem der Brutableger im Mai gebildet wurde, hatte ich vor einigen Wochen sogar noch einmal ein Rähmchen mit frischen Eiern zugehängt, damit sich das Volk gegebenenfalls noch eine neue Königin nachziehen kann.
Leider scheint das nicht funktioniert zu haben.
Das Volk ist zwar noch erstaunlich stark besetzt, allerdings konnte ich heute weder Eier noch offene oder verdeckelte Brut finden. Für mich sieht deshalb leider alles danach aus, dass dieses Volk dauerhaft weisellos geblieben ist.
Natürlich ist das schade, aber genau solche Rückschläge gehören leider ebenfalls zur Bienenhaltung.
Volk 3 – Der Mini Plus Ableger macht richtig Freude
Zum Glück gab es heute auch erfreuliche Nachrichten.
Mein Mini Plus Ableger, den ich vor knapp einem Monat gebildet habe, entwickelt sich genau so, wie ich es gehofft hatte. Ich konnte frische Eier entdecken – damit ist klar, dass eine junge Königin erfolgreich begattet wurde und bereits in Eiablage ist.
Die erste Mini Plus Zarge war inzwischen komplett ausgebaut. Sie war voller Bienen und hatte bereits ordentlich Futter eingelagert. Deshalb habe ich dem Volk direkt eine zweite Zarge aufgesetzt und ein ausgebautes Rähmchen nach oben gehängt. Da wir im Moment richtig viel Nektareintrag haben hoffe ich das die Zarge recht schnell ausgebaut wird und sich das Volk weiter nach oben entwickelt so lange noch Tracht herrscht.
Volk 4 – Wahrscheinlich ebenfalls ohne Königin
Beim zweiten Mini Plus Ableger sah das Bild leider ganz anders aus.
Die äußeren Mittelwände der 6 Rähmchen der Mini Plus Zarge waren praktisch überhaupt nicht ausgebaut. Viel Honig auf den anderen Waben war da, allerdings war die Volksstärke deutlich geringer als bei Volk 3. Wie auch bei Volk 2 konnte ich keinerlei Eier oder Brut finden. Im Moment vermute ich deshalb, dass die junge Königin entweder beim Begattungsflug verloren gegangen ist oder gar nicht erst erfolgreich zurückgekehrt ist.
Ganz ausschließen möchte ich zwar noch nicht, dass irgendwo doch noch eine junge Königin unterwegs ist und lediglich noch nicht mit der Eiablage begonnen hat. Ehrlich gesagt halte ich diese Möglichkeit aber inzwischen für eher unwahrscheinlich. Das Volk verhielt sich ebenfalls wie das Volk 2. Laut aufbrausend und nicht wirklich wabenstetig.
Letzter Versuch für Volk 2 und Volk 4
Bevor ich endgültig aufgebe, möchte ich den beiden Völkern noch eine letzte Chance geben. Deshalb habe ich Volk 4 heute auf Volk 2 aufgesetzt und werde in in 8 Tagen wieder nachsehen, ob sich doch noch irgendwo eine Königin zeigt oder erste Eier auftauchen.
Sollte bei der nächsten Kontrolle weiterhin keinerlei Brut vorhanden sein, werde ich beide Völker auflösen und die Bienen ausschütteln. Manchmal muss man akzeptieren, dass sich ein Volk nicht mehr retten lässt.

Alle Völker an einem Standort
Ein weiterer Schritt wird heute Abend folgen. Sobald es dunkel ist, werde ich Volk 3 an meinen Bienenstand im Garten bringen. Dort steht bereits Volk 1, sodass künftig beide verbleibenden Völker direkt bei mir zuhause stehen.
Das macht die Kontrolle deutlich einfacher und ich habe jederzeit im Blick, wie sich die Völker entwickeln.
Den zweiten Bienenstand werde ich deshalb voraussichtlich Anfang Juli zunächst auflösen.
Ein weiterer Grund für diesen Schritt ist der Schutz des jungen Mini Plus Volkes. Am bisherigen Standort befinden sich deutlich mehr Flugbienen aus den anderen Einheiten. Ich möchte vermeiden, dass sich nach einer möglichen Auflösung viele Bienen in das kleine Volk einbetteln und die junge Königin dadurch unnötig unter Druck gerät.
Meine Pläne für diese Saison
Weitere Ableger werde ich in diesem Jahr wahrscheinlich nicht mehr bilden.
Ende Juni ist für mich ein guter Zeitpunkt, die Saison langsam in ruhigere Bahnen zu lenken und mit der Varroabehandlung in ein paar Wochen anfangen. Mein Ziel war nie, möglichst viele Bienenvölker zu besitzen. Wenn ich mit zwei gesunden Völkern in den Winter gehen kann, bin ich mehr als zufrieden. Schließlich hatte ich vor gerade einmal zwei Monaten überhaupt erst wieder mit einem einzigen Volk begonnen. Manchmal ist weniger eben mehr.
Im nächsten Jahr werde ich vermutlich wieder einen zweiten Bienenstand eröffnen und erneut Ableger bilden. Für dieses Jahr konzentriere ich mich aber darauf, die beiden verbleibenden Völker möglichst stark und gesund durch den Winter zu bringen.
Auch wenn heute nicht alles nach Plan gelaufen ist, überwiegt am Ende doch die Freude über die erfolgreiche junge Königin in Volk 3. Genau diese kleinen Erfolge machen die Bienenhaltung für mich so spannend. Mehr dazu also Ende nächster Woche.


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