Der Juni ist für mich in der Bienenhaltung immer ein ganz besonderer Monat. Die Völker sind jetzt richtig in Fahrt, überall ist Leben in den Beuten und man merkt deutlich, wie viel Dynamik in so einem Bienenvolk steckt. Gleichzeitig ist der Juni aber auch kein Monat, in dem man sich einfach zurücklehnen kann.
Gerade jetzt geht es darum, die Völker gut zu beobachten, ihnen genügend Platz zu geben und rechtzeitig zu erkennen, ob irgendwo Schwarmstimmung aufkommt. Dazu kommt das große Thema Königinnen und Vermehrung. Für mich persönlich ist das in diesem Jahr besonders spannend, weil ich meine Bienen aktuell auf Mini Plus führe, meinen Völkerbestand aufbaue und damit sehr bewusst kleinere Einheiten, Ableger und Königinnenentwicklung im Blick habe.
Ich merke immer mehr, dass Mini Plus für meine Art der Bienenhaltung sehr gut passt. Es ist flexibel, überschaubar und gerade für Ableger, Reserveköniginnen und die Königinnenvermehrung ein sehr spannendes System. Trotzdem ist das natürlich keine Empfehlung nach dem Motto: Jeder muss jetzt Mini Plus machen. Am Ende muss jeder Imker und jede Imkerin das System finden, das zur eigenen Betriebsweise passt.
Wenn ich persönlich neben Mini Plus noch ein größeres Wirtschaftssystem nutzen würde, dann wäre es wohl die Kombination aus Dadant und Mini Plus. Dadant für starke Wirtschaftsvölker und Mini Plus für Ableger, Königinnen, Reserveeinheiten und flexible kleine Völker. Aber das ist nur meine persönliche Einschätzung. Viele Wege führen in der Bienenhaltung zum Ziel.
Der Juni ist kein ruhiger Monat
Auch wenn der Mai oft als klassischer Schwarmmonat gesehen wird, ist der Juni bei den Bienen weiterhin sehr aktiv. Viele Völker sind jetzt stark oder werden gerade richtig stark. Die Königin legt, die Brutflächen sind groß und bei passenden Bedingungen kommt ordentlich Nektar rein.
Genau das macht den Juni aber auch anspruchsvoll. Starke Völker brauchen Platz. Wenn der Raum zu eng wird, wenn der Honigraum zu spät kommt oder wenn das Brutnest blockiert, kann auch im Juni noch Schwarmstimmung entstehen.
Deshalb bleibt für mich auch im Juni wichtig: hinschauen, aber nicht unnötig stören. Ich möchte wissen, wie es den Völkern geht, ob genug Platz vorhanden ist, ob die Königin in Ordnung ist und ob die Entwicklung so läuft, wie ich es mir vorstelle.
Das Wetter im Juni: Dieses Jahr eher durchwachsen
Der Juni kann ein traumhafter Bienenmonat sein. Warm, gute Tracht, lange Flugtage und starke Völker. Er kann aber auch ganz anders aussehen. Und dieses Jahr wirkt der Juni zumindest bisher eher wechselhaft und durchwachsen.
Dabei muss man natürlich immer sagen: Deutschland ist nicht überall gleich. In manchen Regionen ist es trocken, in anderen nass. Manche haben gute Flugtage, andere kämpfen mit Regen, Wind oder Gewittern. Und auch bei uns hier im südlichen Dänemark merke ich, wie wichtig es ist, nicht nur auf allgemeine Wetterberichte zu schauen, sondern wirklich auf die eigenen Bienen.
Fliegen sie gut? Kommt Pollen rein? Haben die Ableger genug Futter? Sitzen sie mehrere Tage wegen schlechtem Wetter fest? Genau diese Fragen sind am eigenen Stand viel wichtiger als irgendeine allgemeine Aussage zum Juni und was der Bienenhalter machen oder denken sollte.
Gerade bei Mini-Plus-Einheiten und kleinen Ablegern schaue ich da lieber einmal mehr hin. Die haben einfach weniger Reserven als ein großes Wirtschaftsvolk. Wenn es ein paar Tage nicht richtig fliegt, kann das schon einen Unterschied machen.
Königinnen, Ableger und Vermehrung
Für mich ist der Juni vor allem auch ein Königinnenmonat. Jetzt ist die Zeit, in der Ableger gut in Entwicklung kommen können, junge Königinnen begattet werden und man langsam sieht, ob die Ablegerbildung der letzten Wochen funktioniert hat.
Gerade bei Brutablegern braucht man Geduld. Das habe ich selbst in den letzten Wochen wieder gemerkt. Man möchte am liebsten sofort wissen, ob alles geklappt hat. Ist eine Königin geschlüpft? Wurde sie begattet? Wann kommen die ersten Eier? Aber die Bienen brauchen ihre Zeit.
Im Juni sollte man deshalb nicht zu nervös werden. Eine junge Königin muss schlüpfen, reifen, auf Begattungsflug gehen und danach erst anfangen zu legen. Das klappt nicht nach unserem Kalender, sondern nach Wetter, Drohnenangebot und Entwicklung der Königin.
Mini Plus finde ich für diese Phase sehr spannend, weil man kleine Einheiten gut führen und beobachten kann. Gleichzeitig muss man auch hier aufpassen, dass man nicht zu oft stört. Gerade junge Königinnen und frisch gebildete Einheiten brauchen Ruhe.
Schwarmverhinderung bleibt weiter ein Thema
Auch im Juni ist Schwarmverhinderung noch nicht vorbei. Starke Völker können weiterhin in Schwarmstimmung kommen. Besonders dann, wenn es eng wird oder die Bienen durch das Wetter immer wieder ausgebremst werden.
Für mich bedeutet das: Platz geben, Entwicklung beobachten und bei Bedarf rechtzeitig reagieren. Wenn ein Volk sehr stark ist, kann es sinnvoll sein, Brut oder Bienenmasse zu entnehmen und daraus Ableger zu bilden. Das nimmt Druck aus dem Volk und hilft gleichzeitig beim Aufbau neuer Einheiten.
Gerade das finde ich an der Bienenhaltung so spannend: Man arbeitet nicht nur gegen etwas, sondern kann Maßnahmen kombinieren. Schwarmdruck reduzieren und gleichzeitig Ableger bilden. Königinnen nachziehen und Reserveeinheiten aufbauen. Aus einer Situation entstehen oft mehrere Möglichkeiten.
Starke Völker brauchen Platz
Ein ganz wichtiger Punkt im Juni ist der Platz. Wenn ein Volk stark ist und Tracht reinkommt, muss es Raum haben. Die Bienen brauchen Platz für Brut, Nektar, Honig und zum Arbeiten. Wenn alles zu eng wird, entsteht schnell Unruhe.
Bei klassischen Wirtschaftsvölkern bedeutet das: Honigräume rechtzeitig geben und nicht warten, bis alles voll ist. Bei Mini Plus ist es etwas anders, aber das Grundprinzip bleibt gleich. Auch kleine Einheiten dürfen nicht zu eng geführt werden.
Futter im Blick behalten
Auch wenn im Juni oft viel blüht, darf man das Futter nicht vergessen. Das gilt besonders für Ableger und Mini-Plus-Völker. Ein großes Wirtschaftsvolk hat meistens mehr Reserven. Kleine Einheiten dagegen können bei schlechtem Wetter schneller in Schwierigkeiten kommen.
Ich möchte nicht unnötig füttern, aber ich möchte auch nicht riskieren, dass ein Ableger oder eine kleine Einheit in eine Futterlücke kommt. Gerade wenn Brut vorhanden ist, brauchen die Bienen Sicherheit. Ohne Futter wird die Entwicklung gebremst, und im schlimmsten Fall leidet die Brut.
Deshalb gehört für mich im Juni nicht nur der Blick auf Königin und Brut dazu, sondern auch der Blick auf Futter und Pollen.
Pollen zeigt Leben im Volk
Pollen ist für mich immer ein schönes Zeichen. Wenn die Bienen mit Pollen nach Hause kommen, zeigt das meistens, dass Brut gepflegt wird. Gerade junge Larven brauchen eine gute Versorgung, und dafür brauchen die Ammenbienen Eiweiß.
Bei meinen Ablegern und Mini-Plus-Einheiten schaue ich deshalb gerne, ob Pollen eingetragen wird. Das ist natürlich kein alleiniger Beweis dafür, dass alles perfekt ist, aber es ist ein gutes Zeichen für Aktivität im Volk.
Wenn dann noch Ruhe auf den Waben ist, die Bienen gut sitzen und die Brut gepflegt wirkt, ist das meistens ein gutes Gefühl.
Meine persönliche Monatsbetrachtung für Juni
Für mich ist dieser Juni ein Monat des Beobachtens und Lernens. Nach der Umstellung auf Mini Plus ist vieles spannend. Ich sehe, wie die Einheiten wachsen, wie sie mit dem Wetter umgehen und wie sich die Ableger entwickeln.
Ich bin weiterhin überzeugt, dass Mini Plus sehr gut zu meiner aktuellen Bienenhaltung passt. Es zwingt einen aber auch, genau hinzuschauen. Kleine Einheiten verzeihen weniger Fehler. Futter, Platz, Königin und Volksstärke müssen zusammenpassen.
Gleichzeitig macht genau das für mich den Reiz aus. Ich lerne meine Bienen besser kennen und kann viel gezielter mit kleinen Einheiten arbeiten.
Der Juni ist dabei ein Monat, in dem man Geduld und Aufmerksamkeit braucht. Nicht jede junge Königin legt sofort. Nicht jeder Ableger entwickelt sich gleich schnell. Und genau deshalb ist die eigene Beobachtung so wichtig.
Fazit: Juni bedeutet genau hinschauen
Der Juni ist in der Bienenhaltung kein Monat für Autopilot. Die Völker sind stark, die Schwarmzeit ist noch nicht ganz vorbei, Königinnen und Ableger brauchen Aufmerksamkeit und das Wetter kann regional sehr unterschiedlich sein.
Für mich stehen im Juni vor allem diese Punkte im Mittelpunkt:
- Königinnen beobachten.
- Ableger und Mini-Plus-Einheiten gut versorgen.
- Schwarmstimmung weiter ernst nehmen.
- Starken Völkern genügend Platz geben.
- Futter und Pollen nicht aus dem Blick verlieren.
- Geduld bewahren.
Gerade dieses Jahr zeigt wieder, dass man nicht einfach nach Kalender imkern kann. Der Juni ist nicht überall gleich. Manche haben trockene Bedingungen, andere nasse und wechselhafte Tage. Deshalb zählt am Ende immer der eigene Stand und das, was die Bienen dort zeigen.
Ich freue mich auf die nächsten Wochen und bin gespannt, wie sich meine Mini-Plus-Völker weiter entwickeln. Für mich ist der Juni einer der Monate, in denen man besonders viel lernen kann, wenn man bereit ist, ruhig hinzuschauen.


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