Es ist jetzt Mitte Juni 2026 und ich möchte euch mal wieder ein kleines Update zu meinen Bienen geben.
Ende letzter Woche habe ich meine drei Ableger kurz kontrolliert. Das waren einmal mein Brutableger, also Volk 2, und dann Volk 3 und Volk 4 als Mini Plus-Ableger. Hier findet Ihr alles zu meinen aktuellen Bienenvölkern: Meine Bienenvölker.
Meine Bienen: Volk 3 und Volk 4 sehen gut aus
Zuerst habe ich mir Volk 3 und Volk 4 angeschaut. Das sind meine beiden Mini Plus-Ableger.
Die beiden Ableger sehen weiterhin gut aus. Im letzten Beitrag hatte ich ja schon geschrieben, dass beide Mini Plus-Ableger Nachschaffungszellen angelegt hatten. Das war für mich erstmal ein sehr gutes Zeichen.
Jetzt heißt es bei den beiden Völkern eigentlich nur noch: Abwarten.
Ich denke, dass in den nächsten Tagen die Jungköniginnen schlüpfen werden. Danach müssen sie erst einmal ausreifen. Anschließend kommt irgendwann der Begattungsflug, und wenn dann alles passt, hoffe ich, dass ich in zwei bis drei Wochen die ersten Eier sehen kann.
Das ist bei meinen Bienen immer so eine Phase, in der ich mich selbst ein bisschen bremsen muss. Man möchte natürlich wissen, ob es geklappt hat. Aber zu frühes Nachsehen bringt in dieser Zeit oft mehr Unruhe als Nutzen.
Die Mini Plus-Ableger werden weiter vorsichtig gefüttert
Die beiden Mini Plus-Ableger füttere ich aktuell nur leicht weiter.
Ich gebe ungefähr 0,3 bis 0,5 Liter Flüssigfutter alle drei bis fünf Tage. Nicht zu viel, aber eben so, dass sie immer etwas zur Verfügung haben und nicht in Stress kommen.
Die Volksstärke sieht bei beiden Ablegern gut aus. Ehrlich gesagt sogar besser, als ich gedacht hätte. Das freut mich natürlich sehr, denn genug Bienenmasse ist gerade bei solchen kleinen Einheiten sehr wichtig.
Volk 3 und Volk 4 machen bei meinen Bienen im Moment also einen guten Eindruck.
Volk 2 macht mir dagegen Sorgen
Danach habe ich in Volk 2 geschaut.
Das ist mein Brutableger, der ursprünglich auf Langstroth saß und den ich jetzt komplett auf Mini Plus gesetzt habe. Bei der Kontrolle wollte ich natürlich vor allem wissen, ob Brut vorhanden ist.
Leider habe ich keine Brut gesehen.
Viele Drohnen waren da, Pollen war auch vorhanden, aber eben keine Brut. Und das ist dann natürlich erstmal kein schönes Gefühl. Man steht vor dem Volk und merkt direkt: Hier muss ich wahrscheinlich etwas machen.
Ich hatte mich innerlich auch schon darauf eingestellt, dass ich bei Volk 2 nochmal eingreifen muss.
Eine Brutwabe mit Stiften aus Volk 1
Also habe ich aus Volk 1 eine Mini Plus-Wabe mit Stiften entnommen.
Zum Glück konnte ich sehr schnell eine wirklich schöne Wabe finden. Das war mir wichtig, weil ich Volk 1 nicht unnötig lange offen haben wollte. Gerade bei dem aktuellen schlechten Wetter und der eher schlechten Trachtsituation möchte ich meine Bienen nicht länger stören als nötig.
Diese Wabe mit frischen Stiften habe ich noch am gleichen Nachmittag in die oberste Mini Plus-Zarge von Volk 2 gehängt.
Für mich war das wieder ein ganz praktischer Moment, der zeigt, warum ich es so gut finde, möglichst viel auf einem einheitlichen Maß zu haben. Wenn meine Bienen auf Mini Plus sitzen, kann ich in solchen Situationen viel einfacher helfen.
Man nimmt eine passende Brutwabe aus einem anderen Volk und kann einem unsicheren oder vielleicht sogar schon verlorenen Volk nochmal eine Chance geben. Genau das habe ich bei Volk 2 versucht.
Jetzt entscheidet sich, was mit Volk 2 los ist
Morgen werde ich nach sechs Tagen kontrollieren, ob verdeckelte Weiselzellen vorhanden sind.
Wenn ich verdeckelte Weiselzellen sehe, ist für mich ziemlich klar, dass keine Königin im Volk war. Dann haben die Bienen die frischen Stifte genutzt, um sich eine neue Königin nachzuziehen.
Wenn ich keine Weiselzellen sehe, wird es schwieriger.
Dann gibt es aus meiner Sicht zwei Möglichkeiten was in dem Volk aktuell los ist. Die beste Variante wäre, dass doch eine junge Königin im Volk ist, die vielleicht bald in Eiablage geht. Das wäre natürlich super, auch wenn ich es im Moment eher für unwahrscheinlich halte.
Die andere Möglichkeit wäre leider, dass das Volk drohnenbrütig ist und sogenannte Afterweiseln vorhanden sind. Dann müsste ich mir genau überlegen, wie ich weiter vorgehe.
Dazu werde ich aber wahrscheinlich noch einen eigenen Beitrag schreiben. Das Thema ist wichtig, und ich glaube, solche Situationen gehören einfach ehrlich zur Bienenhaltung dazu.
Bei meinen Bienen läuft eben nicht immer alles glatt. Und genau deshalb schreibe ich solche Updates auch gerne auf. Nicht nur die schönen Momente gehören dazu, sondern auch die Situationen, in denen man unsicher ist und Entscheidungen treffen muss. Positiv oder auch negativ. Beides gehört zu einen verantwortungsvollen Bienenhaltung dazu.
Warum Mini Plus für mich immer mehr Sinn ergibt
Diese Situation mit Volk 2 zeigt mir wieder einmal, warum Mini Plus für meine Bienen so praktisch ist.
Ich kann kleine Einheiten bilden, Ableger gut führen und bei Bedarf schnell mit Brutwaben unterstützen. Natürlich ist Mini Plus nicht für jeden das richtige System. Jeder muss seine eigene Betriebsweise finden.
Für mich passt Mini Plus aber im Moment sehr gut.
Gerade hier bei meinen Bienen, mit meinen Ablegern, kleinen Einheiten und der Umstellung von Langstroth auf Mini Plus, merke ich immer mehr, wie flexibel dieses System sein kann.
Das Wetter macht es den Bienen nicht leicht
Ein weiteres Thema ist aktuell ganz klar das Wetter.
In den letzten zwei Wochen war es hier im südlichen Dänemark wirklich nicht schön. Heute ist wieder so ein typischer Tag: 13 Grad, bewölkt, zum Glück kaum Wind, aber keine Sonne in Sicht.
Für Mitte Juni ist das schon etwas ernüchternd.
Auch bei meinen Bienen merkt man das deutlich. Es kommt kaum noch etwas etwas an Nektar rein. Meiner Einschätzung nach ist die Tracht hier schon länger ziemlich durch. Spätestens seit der Weißdorn abgeblüht ist, also ungefähr seit Ende Mai, ist hier nicht mehr viel los.
Die Tracht scheint hier erstmal vorbei zu sein
Ich sehe das besonders an Volk 1.
Vor zwei Wochen hatte ich dort noch eine oberste Zarge aufgesetzt und ein Honigrähmchen mit dazugegeben. Ich wollte sehen, ob vielleicht doch noch etwas Eintrag kommt.
Aber die Bienen haben diese Zarge nicht weiter angenommen. Im Gegenteil: Das Honigrähmchen wurde komplett entleert, und der Honig wurde nach unten in die unteren Zargen getragen.
Die obere Zarge wird auch nicht wirklich besetzt, obwohl genug Bienen im Volk vorhanden sind. Für mich ist das ein ziemlich klares Zeichen: Hier ist aktuell keine Tracht mehr.
Das ist natürlich schade, aber es gehört dazu. Man kann in der Bienenhaltung viel planen, aber am Ende entscheiden Wetter, Tracht und die Bienen selbst.

Jetzt heißt es erstmal abwarten
Für den Moment heißt es bei meine Bienen also wieder einmal: abwarten und beobachten.
Volk 3 und Volk 4 sehen gut aus. Dort warte ich jetzt auf den Schlupf und später hoffentlich auf eine erfolgreiche Begattung der Jungköniginnen.
Volk 2 bleibt spannend. Die eingehängte Brutwabe mit Stiften wird zeigen, was wirklich los ist. Entweder ziehen sie sich daraus eine neue Königin nach, oder ich muss genauer prüfen, ob vielleicht doch eine junge Königin vorhanden ist oder ob das Volk drohnenbrütig geworden ist.
Und bei Volk 1 sehe ich im Moment vor allem, dass die Tracht hier im südlichen Dänemark wohl erstmal vorbei ist. Hier muss ich die Entwicklung im Blick haben und schauen das das Volk nicht zu voll wird. Aber bis das der Fall ist, hoffe ich auf einen warmen Sommer mit vielen Sonnenstunden.
So ist Bienenhaltung eben. Manchmal läuft alles genau nach Plan, manchmal muss man reagieren, und manchmal kann man einfach nur abwarten.
Macht’s gut und bis zum nächsten Beitrag.

