Zwei neue Mini Plus Ableger von Volk 1 gebildet

In der letzten Woche habe ich von meinem Volk 1 Freyja zwei neue Mini Plus Ableger gebildet. Beide Ableger sitzen jeweils auf einer Mini Plus Zarge und wurden nach dem gleichen Prinzip erstellt, wie ich es bei meinen Mini Plus-Ablegern gerne mache.

Für mich ist das Mini Plus-System das System und ich freue mich die nächsten Jahre mit dem System Bienenhaltung zu betreiben. Die Ablegerbildung in diesem Sommer ist wichtig um hierfür eine gute Grundlage zu bilden.

Aufbau der Mini Plus Ableger

Die beiden Mini Plus Ableger habe ich jeweils mit sechs Rähmchen gebildet. Der Aufbau sah dabei folgendermaßen aus (wie schon in meinem Post vor ein paar Jahren hier beschrieben: Mini Ablegerbildung)

  • außen jeweils zwei leere Rähmchen
  • daneben zwei Futterrähmchen
  • ein Rähmchen mit auslaufender beziehungsweise sehr reifer Brut
  • ein Rähmchen mit ganz frischer Brut, Eiern und sehr jungen Larven
  • dazu aufsitzende Bienen und zusätzlich noch einige weitere Bienen.

Wichtig war mir dabei, dass die Ableger sowohl frisch gelegte Eier für die Nachschaffung als auch reife Brut zur schnellen Verstärkung bekommen. Die schlüpfenden Bienen sollen die kleinen Einheiten in den nächsten Tagen und Wochen stabilisieren.

Die ganz junge Brut mit Eiern und jungen Larven ist entscheidend, damit die Bienen sich selbst eine neue Königin nachziehen können. Genau darauf war dieser Ablegeraufbau ausgelegt.

Mini Plus Ableger an einen anderen Bienenstand gebracht

Nach dem Bilden habe ich die beiden Mini Plus Ableger direkt an meinen zweiten Bienenstand gebracht. Dort stehen jetzt insgesamt drei Völker.

Der Standortwechsel war mir wichtig, weil die Ableger sonst viele Flugbienen an das Ursprungsvolk verloren hätten. Gerade bei kleinen Mini Plus Ablegern möchte ich vermeiden, dass sie nach der Bildung zu stark an Bienenmasse verlieren.

Da die Ableger an einem anderen Standort stehen, bleiben deutlich mehr Bienen in den Mini Plus-Beuten. Das gibt ihnen bessere Startbedingungen.

Volk 2, 3 und 4 am Bienenstand an der Halle
Der Brutableger ist das Volk in der Mitte.

Fütterung mit ApiInvert-Sirup

In der ersten Woche nach der Bildung habe ich die Mini Plus Ableger zusätzlich mit ApiInvert-Sirup gefüttert. Insgesamt waren es ungefähr ein bis eineinhalb Liter Sirup.

Da ich davon ausgehen musste, dass die Ableger nur wenige Flugbienen haben, war mir eine sichere Futterversorgung besonders wichtig. Über die Fütterer oben konnten die Bienen jederzeit Futter aufnehmen.

Bei der Kontrolle konnte ich sehen, dass der Sirup gut angenommen und in die Waben eingetragen wurde. Gerade bei kleinen Ablegern ist das ein beruhigendes Zeichen, weil sie nicht unnötig in Futternot geraten sollen.

Erste Kontrolle nach sechs Tagen: Nachschaffungszellen vorhanden

Nach dem Bilden der Mini Plus Ableger habe ich sechs Tage gewartet, bevor ich eine kurze Kontrolle gemacht habe. Dabei wollte ich nur sehen, ob die Bienen Nachschaffungszellen angelegt haben.

Und genau das war der Fall.

In beiden Mini Plus Ablegern konnte ich Nachschaffungszellen sehen. Damit ist der erste wichtige Schritt geschafft. Die Bienen haben die Weisellosigkeit erkannt und begonnen, sich eine neue Königin nachzuziehen.

Jetzt hoffe ich, dass in den nächsten Tagen eine junge Königin schlüpfen wird. Wenn alles gut läuft, sollte sie sich anschließend gut entwickeln und später bei passendem Wetter zum Begattungsflug starten.

Jetzt heißt es: Ruhe bewahren

Bei Mini Plus Ablegern ist Geduld besonders wichtig. Man sieht schnell gerne noch einmal nach, ob alles funktioniert hat. Aber genau das kann in dieser Phase eher stören.

Deshalb werde ich die beiden Ableger jetzt erst einmal in Ruhe lassen. Die Bienen brauchen Zeit, um die Königin aufzuziehen, die junge Königin muss in Ruhe schlüpfen und ein paar Tage später mit den Begattungsflügen beginnen.

Gerade hier in Skandinavien spielt das Wetter eine große Rolle. Wenn es zu kalt, regnerisch oder dunkel ist, kann sich der Begattungsflug verzögern. Deshalb werde ich je nach Wetterlage weiter vorsichtig füttern, aber nicht unnötig in die Völker schauen.

Wenn alles gut läuft, könnte die junge Königin in etwa zwei bis zweieinhalb Wochen Richtung Hochzeitsflug starten. Danach braucht es wieder einige Tage, bis sie mit der Eiablage beginnt.

Eine richtige Kontrolle auf Eier und junge Brut plane ich deshalb erst für Anfang Juli. Vorher werde ich die Mini Plus Ableger komplett in Ruhe lassen.

Update zum Brutableger

Neben den beiden neuen Mini Plus Ablegern gibt es auch noch ein Update zu meinem Brutableger.

Letzte Woche habe ich dort kurz kontrolliert, ob ich bereits Eier sehen kann. Ganz sicher konnte ich das leider nicht feststellen. Es war relativ dunkel, ich hatte meine Brille vergessen und die Lupe natürlich auch nicht dabei. Das war wiedermal typisch.

Trotzdem sah der Brutableger für mich insgesamt sehr positiv aus.

Es waren viele Bienen vorhanden und das Brutnest wirkte gut vorbereitet. Außen herum war Futter eingelagert, daneben Pollen, und ich konnte Bienen beobachten, die Zellen vorbereitet haben. Das ist für mich ein gutes Zeichen.

Da sehr viele Bienen auf den Waben saßen und ich keinen Rauch dabei hatte, habe ich bewusst keine vollständige Kontrolle gemacht. Das war vielleicht nicht optimal geplant, aber manchmal ist es besser, eine Durchsicht abzubrechen, als unnötig Unruhe in das Volk zu bringen.

Pollenflug als gutes Zeichen

In den letzten beiden Tagen habe ich zusätzlich Fluglochbeobachtungen gemacht. Dabei konnte ich deutlich sehen, dass sehr viel mehr Pollen eingetragen wurde als noch die Tage davor.

Das ist natürlich kein hundertprozentiger Beweis für eine eierlegende Königin, aber es ist für mich ein sehr positives Zeichen. Wenn ein Volk ruhig ist, keine auffälligen laufenden Bienen am Flugloch zeigt und gleichzeitig regelmäßig Pollen einträgt, deutet vieles darauf hin, dass im Volk Ordnung herrscht und die Königin sich etabliert hat.

Der Flugbetrieb wirkte insgesamt ruhig und geordnet. Auch das macht mich optimistisch.

Mein Fazit und Anfang der Varroabehandlung

Die beiden Mini Plus Ableger haben den Start gut überstanden. Sie haben Nachschaffungszellen angelegt und genügend Bienenmasse sollte auch vorhanden sein. Jetzt heisst es warten.

Beim Brutableger bin ich ebenfalls vorsichtig optimistisch. Der ruhige Flugbetrieb, das vorbereitete Brutnest und der zunehmende Polleneintrag sehen gut aus.

Der Fokus meiner nächsten Arbeiten wird der Varroabehandlung von Volk 1 sein und das Umsetzen von Volk 2 auf 4-5 Mini Plus Zargen. Wenn ich aber das nächste mal kontrolliere werde ich im Volk 2 aber auch eine Varroabehandlung mit VarroMed machen. Jetzt heisst es die Milbenanzahl in den Völkern so weit es geht zu drücken ohne die Bienen zu schwächen. Ich behandle lieber öfters und schonender als ein 1-2 mal mit einem großen Eingriff.

Bis zum nächsten Beitrag dann. Ich hoffe Ihr seit wieder mit dabei.

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