Die aktive Bienensaison ist hier bei uns im südlichen Dänemark nun endgültig vorbei. Anfang Oktober habe ich die letzte Fütterung meiner Mini-Plus-Völker abgeschlossen. Volk 1 hat noch einmal einen Liter Flüssigfutter mit Bee Strong bekommen und Volk 4 noch einmal etwa 1,5 Liter Flüssigfutter, ebenfalls mit einem guten Schuss Bee Strong.
Damit ist bei meinen Bienen im Oktober nun auch die Auffütterung abgeschlossen. Die Varroa-Behandlung hatte ich bereits vor einiger Zeit beendet. Mehr dazu findet ihr in meinem letzten Update aus dem September.
Schauen wir uns also einmal an, wie die drei Völker aktuell dastehen.
Volk 1 – Freyja
Volk 1, Freyja, ist weiterhin mein stärkstes Volk.
Das Volk steht auf drei Mini-Plus-Zargen und verfügt über eine sehr gute Bienenmasse. Bei meiner letzten Kontrolle vor eineinhalb Wochen waren noch große und schöne Brutflächen vorhanden. Ich gehe deshalb davon aus, dass in diesen Tagen noch einmal eine größere Anzahl an Winterbienen schlüpft.
Die Bienen sitzen derzeit vor allem in der mittleren Zarge. Die oberste, dritte Zarge ist praktisch komplett mit Futter gefüllt.
Mit der letzten Futtergabe möchte ich erreichen, dass die Zellen der jetzt auslaufenden Brut möglichst noch mit Sirup beziehungsweise Futter gefüllt werden. Damit stehen den Bienen die Vorräte später direkt im Bereich des Wintersitzes zur Verfügung.
Grundsätzlich macht Freyja einen sehr guten Eindruck.
Sobald die Tagestemperaturen hier dauerhaft in Richtung 10 Grad und darunter gehen, werde ich die Böden bei den jeweiligen Völkern einschieben. Die Völker sollen dann – abgesehen vom Flugloch – möglichst gut geschützt sein. Mein Ziel ist, dass meine Bienen im Oktober und später im Winter möglichst wenig Energie für die Temperaturregulierung aufbringen müssen.

Volk 2 – mein Sorgenkind
Volk 2 macht mir dagegen weiterhin etwas Sorgen. Das Volk steht zwar ebenfalls auf drei Zargen, die vorhandene Bienenmasse besetzt aber nach meiner Einschätzung höchstens eine bis anderthalb Zargen.
Ich habe die Königin gesehen. Sie lebt und das Volk verhält sich ruhig, sodass es grundsätzlich weiselrichtig erscheint. Trotzdem habe ich die Vermutung, dass die Königin möglicherweise nicht optimal begattet wurde.
Sie stiftet zwar und es ist auch Brut vorhanden, die Brutmenge und insbesondere das Brutbild gefallen mir allerdings nicht wirklich.
Vor einiger Zeit hatte die Königin außerdem nur wenig freie Fläche zum Stiften, weil sehr viele Zellen mit Futter belegt waren. Ich habe deshalb versucht, ihr wieder mehr Platz zu geben. Trotzdem ist die Entwicklung des Volkes deutlich schwächer als bei meinen beiden anderen Völkern.
Jetzt bleibt mir letztendlich nur, das Volk weiter zu beobachten.
Es kann durchaus sein, dass es den Winter nicht schafft. Vielleicht überrascht es mich aber auch noch. Solange die Königin vorhanden ist und das Volk ruhig bleibt, werde ich erst einmal nicht weiter eingreifen.
Gerade bei Bienen im Oktober möchte ich die Völker möglichst wenig auseinandernehmen und keine unnötigen Eingriffe mehr vornehmen.
Volk 4
Volk 4 sieht dagegen sehr gut aus.
Es ist etwas kleiner als Volk 1, aber bei meiner Kontrolle vor ungefähr einer Woche waren ebenfalls sehr schöne Brutflächen vorhanden. Hier werden also ebenfalls noch Winterbienen schlüpfen.
Das Volk steht auf drei Zargen. Der eigentliche Bienensitz befindet sich überwiegend in der mittleren Zarge und möglicherweise teilweise in der unteren.
Die obere Zarge ist gut mit Futter gefüllt, allerdings etwas leichter als bei Volk 1. Futtermangel besteht aktuell sicherlich nicht, trotzdem wollte ich auf Nummer sicher gehen. Deshalb hat Volk 4 noch einmal etwa 1,5 Liter Flüssigfutter mit Bee Strong bekommen.
Wenn die restliche Brut jetzt ausläuft und die Königin ihre Legetätigkeit weiter reduziert, können die Bienen die frei werdenden Zellen noch mit Futter füllen beziehungsweise den restlichen Sirup in der oberen Zarge einlagern.
Somit bin ich auch mit Volk 4 derzeit sehr zufrieden.
Futtervorräte meiner Bienen im Oktober
Alle drei Völker stehen aktuell auf drei Mini-Plus-Zargen und ich gehe davon aus, dass die vorhandenen Futtervorräte grundsätzlich ausreichend sind.
Im Laufe des Winters werde ich regelmäßig mit meiner Wärmebildkamera kontrollieren, wo sich die Wintertraube beziehungsweise der Bienensitz befindet.
Solange die Traube noch relativ mittig innerhalb der drei Zargen sitzt und sich nicht direkt unter dem Deckel befindet, ist das für mich ein gutes Zeichen, dass noch ausreichend Futter vorhanden sein sollte.
Trotzdem werde ich spätestens ab Februar 2027 wahrscheinlich Futterteig direkt über den Bienensitz legen.
Wenn der Winter normal verläuft, gehe ich davon aus, dass meine Völker mit ihren jetzigen Vorräten grundsätzlich bis in den März hinein auskommen könnten. Ich möchte mich darauf aber nicht vollständig verlassen.
Meine Betriebsweise mit Mini Plus ist bewusst relativ kompakt. Ich möchte die Völker nicht unnötig mit vier oder noch mehr Zargen überwintern. Drei Zargen sind für mich derzeit das Maximum. Gerade bei den kleinen Mini-Plus-Rähmchen halte ich es für sinnvoll, den Raum der tatsächlichen Volksstärke anzupassen.
Dafür muss man bei dieser Betriebsweise natürlich den Futtervorrat stärker im Blick behalten und gegebenenfalls relativ früh im Jahr wieder mit Futterteig unterstützen. Ich plane deshalb, wahrscheinlich bereits Anfang Februar Futterteig aufzulegen.
Was passiert jetzt noch bei den Bienen?
Bei meinen Bienen im Oktober passiert von nun an eigentlich nicht mehr besonders viel.
Die Beuten werden für den Winter vorbereitet und entsprechend geschützt. Ansonsten möchte ich die Völker weitgehend in Ruhe lassen.
Im Dezember, wenn hoffentlich vollständige Brutfreiheit herrscht, werde ich noch meine Oxalsäure-Träufelbehandlung durchführen. Dafür habe ich bereits alles vorbereitet. Über die Winterbehandlung werde ich aber noch einen eigenen Beitrag schreiben.
Außerdem möchte ich in den kommenden Wochen und Monaten endlich wieder einige allgemeinere Beiträge rund um Mini Plus, meine Betriebsweise und andere Themen aus der Imkerei schreiben.
Im Moment ist beruflich einfach sehr viel los – und manchmal kommt neben den Bienen eben auch noch das normale Leben dazwischen.
Für den Moment bin ich aber zufrieden. Zwei der drei Völker sehen wirklich gut aus und bei Volk 2 heißt es nun einfach abwarten.
Ich hoffe, dass meine Bienen im Oktober damit gut vorbereitet in die kalte Jahreszeit gehen und wir uns im Frühjahr mit möglichst vielen gesunden Bienen wiedersehen.
Ich wünsche euch und euren Bienen ebenfalls eine gute Überwinterung. Wenn ihr Erfahrungen mit der Überwinterung von Mini-Plus-Völkern auf drei Zargen habt, würde ich mich sehr über euer Feedback freuen.

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