Meine Bienen-Pläne für 2026 – bewusste Bienenhaltung ohne Honigentnahme

2026 wird für mich ein besonderes Jahr in der Bienenhaltung. Kein Honig, kein Ertrag, kein Fokus auf konventionelle Imkerei – sondern Zeit, Ruhe und Raum für gesunde Bienenvölker.

In meinen Bienen-Plänen für 2026 geht es einzig und allein um eine bewusste Bienenhaltung, um das Verstehen von Volksentwicklung, um natürliche Brutpausen und um einen nachhaltigen Aufbau von Bienenvölkern im Mini Plus und Dadant Maß. Dieser Beitrag ist kein klassischer Plan zur Nutzung von Bienenvölkern, sondern ein persönlicher Blick auf eine Bienenhaltung, die sich konsequent am Wohl des Bienenvolkes orientiert.

Frühjahr 2026: Wiederbeginn mit neuen Bienenvölkern

Nach längerer Pause möchte ich 2026 wieder aktiv in die Bienenhaltung einsteigen. Aktuell sieht es sehr gut aus, dass ich im Frühjahr ein oder zwei Bienenvölker übernehmen kann. Für mich ist das ein idealer Einstieg, da ich früh im Jahr mit Völkern arbeiten kann, ohne auf eine Kunstschwarm oder Ableger im Sommer warten zu müssen.

Desweiteren gibt es mir die Möglichkeit, die Entwicklung der Völker ruhig im Frühling und Sommer zu begleiten. Beobachtung, Einschätzung und ein behutsames Vorgehen stehen hier klar im Vordergrund – genau so, wie ich mir meine Bienen-Pläne für 2026 vorgestellt habe.

Umstellung von Langstroth auf Dadant dann Mini Plus – ruhig und bienengerecht

Da in Dänemark überwiegend im Langstrothmaß gearbeitet wird und es sehr wenige Völker auf Mini Plus Maß zu finden gibt, ist davon auszugehen, dass auch die übernommenen Völker auf Langstroth sitzen. Mein Ziel ist es, diese Völker im Laufe des Jahres auf 12er Dadant umzustellen, da dieses Maß aus meiner Sicht eine sehr bienenfreundliche Brutraumführung ermöglicht. Wenn ich einmal etablierte Bienenvölker habe, werden die meisten meiner Völker auf das Mini Plus Maß umgewohnt werden. Das dauert natürlich 1-2 Jahre, aber die Zeit gebe ich mir um eine Bienenhaltung im Mini Plus Maß mit einigen Dadant Völkern zu erreichen. Ideal wäre ein Verhältnis von 4 zu 1. Also vier Mini Plus Völker bei einem Dadant Volk.

Bei der ersten Umstellung von Langstroth auf Dadant ist es wichtig zu verstehen wie stark ist das Völk ist und in welcher Entwicklungsphase im Jahr es sich befindet. Im Frühjahr ist zum Beispiel wichtig wie schnell die Bienen ausgewintert haben und wie leistungsstark die Königin mit dem Eierlegen ist. Junge Königinnen sind grundsätzlich agiler und weit aus aktiver als Königinnen die schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben. Weitere Fragen sind wie der Beespace eingehalten wird und wie sich meine Dadant Rähmchen dort mit einbauen lassen. Diese Einschätzung ist wichtig, um die Umstellung möglichst stressarm für das Bienenvolk zu gestalten.

Die Umsetzung von Langstroth auf Dadant soll möglichst früh im Bienenjahr erfolgen. Aufgrund der größeren Rähmchentiefe ist anfangs mit zusätzlichem Naturbau im unteren Bereich zu rechnen. Diesen lasse ich bewusst zu, da er dem natürlichen Bautrieb der Bienen entspricht und ich im Zuge der Umstellung auf Dadant Maß einen idealen Brutraum für die Bienen haben möchte. Im Verlauf des Bienenjahres werden die Langstroth-Waben schrittweise entfernt, sodass die Völker zum Saisonende vollständig auf Dadant sitzen.

Mini Plus: Das Kernelement meiner Bienenhaltung

Ab 2026 wird das Mini Plus Maß das zentrale Element meiner Bienenhaltung. Das Dadant Maß hat sich für mich als solides und bienengerechtes Beutensystem bewährt, dennoch haben mir meine Erfahrungen aus früheren Jahren gezeigt, dass das Mini-Plus-System meiner Arbeitsweise und meinem Verständnis von Bienenhaltung besonders entgegenkommt. Es bietet mir die nötige Flexibilität, um Völker ruhig zu führen, Entwicklungen gezielt zu begleiten und natürliche Entwicklungsprozesse der Bienenvölker zu fördern.

Zur Bildung eines Mini-Plus-Volkes entnehme ich die jeweils vorhandene Königin aus dem Dadant-Volk und setze sie zusammen mit jungen Pflegebienen in eine Mini-Plus-Einheit um. Damit entsteht ein klassischer Königinnenableger, während das Ursprungsvolk in die Weisellosigkeit geht und sich eine neue Königin nachzieht.

Meine Bienen-Pläne für 2026
Ein Mini Plus Volk im Frühjahr 2021 auf meinem alten Bienenstand. Im Hintergrund ist ein Dadant Volk mit einem Honigraum zu sehen.

Währenddessen zieht sich das ursprüngliche Volk in der Dadant Beute eine neue Königin nach. Diese Phase bringt mehrere Vorteile mit sich: Der Brutzyklus wird unterbrochen und der Varroadruck sinkt signifikant.

Zweiter Standort für die Mini Plus Völker

Zusätzlich plane ich, einen zweiten Standort zu nutzen, der deutlich mehr als drei Kilometer vom ersten entfernt liegt. Das ermöglicht eine saubere räumliche Trennung von Völkern, ohne Rückflugproblematik. An dem zweiten Standort habe ich geplant nur Mini Plus Völker zu haben.

Mehrere Standorte geben mir die Möglichkeit, Völker entspannter zu führen, Ableger stressfrei zu bilden und Entwicklungen besser voneinander zu trennen. Auch das ist ein wichtiger Bestandteil meiner Bienen-Pläne für 2026.

Abhängig von Wetter, Tracht und Volksentwicklung prüfe ich, ob weitere Mini-Plus-Einheiten gebildet werden können. Ziel ist es, mit ein bis zwei stabilen Mini-Plus-Völkern in den Winter zu gehen, um im Folgejahr weitere Mini Plus Ableger zu bilden.

Brutpause und Königinnenwechsel als natürlicher Umgang mit Varroa

Ein zentraler Bestandteil meiner Bienen-Pläne für 2026 ist ein möglichst natürlicher und bienenorientierter Umgang mit der Varroa. Statt auf maximale Eingriffe setze ich auf Maßnahmen, die sich gut in den Rhythmus des Bienenvolkes einfügen. Und kleine Völker wie bei Mini Plus sind hierfür ideal meiner Erfahrung nach. Bei größeren Völkern die es oft bei Dadant gibt, ist das Varroa-Mangement doch manchmal sehr herausfordernd und bedarf oft gravierender Eingriffe.

Wenn sich die Völker im Frühjahr und Frühsommer stabil entwickeln, ist für den Sommer ein gezielter Königinnenwechsel vorgesehen. Durch das zeitweise Weisellosstellen entsteht eine natürliche Brutpause. Diese reduziert den Varroadruck deutlich und bringt das Volk gesunder durch das Jahr. Honig wird das Volk meistens dann nicht mehr viel produzieren. Aber das ist auch so gewollt. Sanfte Bienenhaltung ist der richtige Weg zu gesunden Bienen meiner Erfahrung nach.

2026 ist bewusst kein Honigjahr

Ein ganz klarer Punkt meiner Bienen-Pläne für 2026:
Es wird kein Honig entnommen oder verwertet.

Der Honig bleibt vollständig im Volk der Dadant und Mini Plus Völker. Mein Fokus liegt ausschließlich auf der Gesundheit der Bienenvölker, auf stabilen Brutnestern und auf ausreichend eigenen Vorräten. Stress, Leistungsdruck und nutzungsorientierte Entscheidungen sollen bewusst vermieden werden.

Wenn ich am Ende der Saison zwei gesunde Dadant-Völker und zwei bis drei Mini-Plus-Einheiten habe, ist das für mich eine sehr gute Grundlage für das kommende Jahr.

Fazit: Zeit den Bienen geben sich zu entwickeln

Meine Bienen-Pläne für 2026 stehen für eine bewusste, fachlich fundierte und bienenorientierte Bienenhaltung. Der Entwicklung von gesunden Mini Plus Völkern, kein Honig, kein Leistungsdenken – sondern Zeit, Raum und Aufmerksamkeit für das Bienenvolk. Das wird das Ziel meiner Bienenhaltung in 2026 und in den zukünftigen Jahren sein.