Monatsbetrachtung Februar – Der stille Start ins neue Bienenjahr
Der Februar ist einer der unterschätztesten Monate in der Bienenhaltung meiner Meinung nach. Während draußen oft noch Winterruhe herrscht, beginnt im Inneren der Beute bereits der Neustart. Erste Brutflächen entstehen, der Futterverbrauch steigt – und kleine Fehler können jetzt große Auswirkungen auf die Entwicklung der Bienenvölker im Frühjahr haben.
In dieser Monatsbetrachtung Februar zeige ich, worauf es bei der Bienenhaltung jetzt ankommt und welche Maßnahmen sinnvoll sind – ohne unnötige Eingriffe bei den Völkern zu unternehmen.
Brutbeginn im Februar – Warum jetzt Zurückhaltung gefragt ist
In vielen Regionen beginnt im Februar bereits der erste Brutansatz. Bei mir am Niederrhein war das der Fall. Hier in Dänemark sieht es aber etwas anders. Hier ist es natürlich etwas kälter als am Niederrhein. Die Entwicklung des Brutnestes braucht hier als Konsequenz noch etwas mehr Zeit als die Bienenvölker die am Niederrhein stehen. Grundsätzlich ist aber festzuhalten das die Königin langsam ihr Brutnest im Februar erweitert, sobald Temperatur und Futterlage es zulassen.
Dabei gilt es zu beachten:
- Brut erhöht den Futterverbrauch deutlich. Dazu gleich noch mehr.
- Die Wintertraube wird instabiler und bei höheren Temperaturen streckt sich die Wintertraube etwas. Das wiederum kann zu stärkeren Temperaturschwankungen im Brutnest führen.
- Jede Störung kann Brutflächen auskühlen und dem Brutnest schaden.
Jetzt ist Zurückhaltung gefragt. Beuten sollten nicht geöffnet werden. Beobachtungen erfolgen ausschließlich von außen.
Futterkontrolle im Februar – Häufige Ursache für Winterverluste
Die Futterkontrolle im Februar ist einer der wichtigsten Punkte in der Winterbienenhaltung. Auch Völker mit vermeintlich ausreichenden Vorräten können jetzt verhungern, wenn das Futter nicht mehr erreichbar ist.
Sinnvolle Maßnahmen sind:
- Beute vorsichtig anheben oder wiegen wenn Ihr das Material dafür habt. Ist die Beute sehr leicht ist ein Futtermangel sehr wahrscheinlich und es sollte gefüttert werden.
- Flugloch frei halten. Die Bienen müssen die Möglichkeit aufzuräumen (Tote Bienen aus dem Stock entfernen, etc.).
- Bei Unsicherheit Futterteig als Notfütterung auflegen.
Meine Faustregel im Februar: Im Februar lieber einmal zu viel von Aussen kontrolliert als einmal zu spät reagiert. Und mehr Futter ist immer besser als zu wenig Futter. Kein Volk ist bisher von zu viel Futter umgekommen.

Flugloch, Totenfall und Reinigungsflug beobachten
An sonnigen Tagen mit Temperaturen ab etwa 8–10 °C lohnt sich ein kurzer Blick an den Bienenstand:
- Finden Reinigungsflüge statt? Wenn ja, ist meistens alles okay.
- Ist das Flugloch frei von Totenfall? Wenn ja, ist das Volk mit der Hygiene gut dabei und alles ist ok. Wichtig ist hier aber das Ihr das Volk auch an warmen Tagen fliegen gesehen habt.
- Liegen ungewöhnlich viele tote Bienen vor der Beute? Wenn ja, ist das ein Warnzeichen das etwas nicht stimmt.
Ein gewisser Totenfall ist normal. Kritisch wird es erst, wenn bei mildem Wetter keinerlei Aktivität zu beobachten ist. Dann ist es wahrscheinlich das das Volk Probleme hat oder leider schon Tod ist. Eingreifen würde ich aber trotzdem nicht. Tote Völker/Beuten werden im Frühjahr auseinander genommen um eine Erklärung für das Ableben des Volkes zu finden.
Februar nutzen: Material vorbereiten und reparieren
Der Februar eignet sich hervorragend für alle Arbeiten abseits der Bienenvölker:
- Rähmchen vorbereiten und löten.
- Beuten reinigen oder reparieren.
- Ablegerplanung für das Frühjahr.
- Vorbereitung von Mini-Plus-Einheiten wenn Ihr Mini Plus als Beutensystem nutzt. Oder Vorbereitung anderer Systeme für eine Königinnenzucht.
Wer jetzt plant, spart im Frühjahr Zeit und vermeidet unnötigen Stress. Wenn das Bienenjahr einmal los geht, hilft euch jede Vorbereitung beim Material enorm um zeitnah auf das rasante Wachstum der Völker zu reagieren.
Geduld bei der Bienenhaltung – Warum Nichtstun oft die beste Entscheidung im Februar ist
Der Februar fordert Geduld. Die Versuchung, „mal kurz nachzusehen“, ist groß – aber selten sinnvoll.
Gute Bienenhaltung bedeutet im Winter oft: beobachten statt eingreifen.
Gerade jetzt zahlt sich Ruhe langfristig aus. Also last den Deckel zu und beschränkt euch auf Beobachtungen des Bienenstandes. Auch wenn es schwer fällt und der Winter ohne Bienen schon lang genug ist.
Fazit: Monatsbetrachtung Februar – Kleine Entscheidungen, große Wirkung
Der Februar entscheidet im Stillen über den weiteren Verlauf des Bienenjahres.
- Jetzt heisst es das Futter im Blick zu behalten.
- Bienenvölker unter keinen Umständen stören.
- Material und Betriebsweise vorbereiten damit Ihr auf das Frühlingswachstum vorbereitet seit.
Wer jetzt besonnen handelt, schafft die besten Voraussetzungen für einen starken Start in den Frühling. Also behaltet die Ruhe und bereitet euch gut auf dem Frühling vor.

